GPS-Tracker bei Hinlauftendenzen durch Demenz

Demenz und GPS-Tracker

In Deutschland sind ca. 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt, weltweit sind es fast 47 Millionen (Quelle). Erkrankte Menschen und ihre Angehörige haben oft mit vielen Symptomen gleichzeitig zu kämpfen. Dazu gehören unter anderem eingeschränkte motorische Fähigkeiten, zunehmende Schwierigkeiten beim sprechen, sowie eben auch sog. Hinlauftendenzen. Was das genau ist und warum ein GPS-Tracker eventuell helfen könnte, wollen wir nachfolgend erläutern.

Was versteht man unter Hinlauftendenzen?

Früher war der Begriff „Weglauftendenz“ geläufiger. Mittlerweile hat man sich allerdings auf das Wort „Hinlauftendenz“ verständigt. Grund dafür ist die Annahme, dass die erkrankten Personen keines Wegs einfach weglaufen. Viel mehr ist anzunehmen, dass sie ein – für die Beteiligten oft nicht nachzuvollziehendes – Ziel haben. Sie glauben eine Verpflichtung wahr nehmen zu müssen. Sei es ein vermeidlicher Termin oder der Irrglaube wieder zur Arbeit zu müssen. Problematisch sind diese Ausbrüche ohnehin, denn schließlich befinden sich die meist älteren Menschen nicht unter der so wichtigen Aufsicht. Zusammenbrüche könnten unbemerkt bleiben und grundsätzlich ist das oft irrational wirkende Verhalten in der Öffentlichkeit ein großes Risiko für die Betroffenen. (Mehr zum Thema Hinlauftendezen finden sie hier. Erfahrung anderer Angehöriger können sie hier nachlesen)

Wo fängt die Suche an? Wie hilft ein GPS-Sender?

Aufwendige Suchaktionen müssen gestartet werden. Das größte Problem hierbei: Niemand kann auch nur ansatzweise mit Gewissheit sagen, in welche Richtung sich eine unter Demenz leidende Person bewegt. Wie bereits beschrieben, gibt es schließlich kein rationales Verhalten, welches Aufschlüsse geben könnte. Und leider dauert es oft zu lange bis überhaupt auffällt, dass sich ältere Personen verlaufen haben. Insbesondere dann, wenn sie alleine leben. Aber auch in langjährigen Ehen ist es dem Partner oder der Partnerin oft nicht möglich die Symptome einer Demenz alleine aufzufangen. So vergehen oft Stunden voller Zweifel und Ungewissheit.

Zwar können GPS-Tracker die Ausbrüche der erkrankten Menschen nicht verhindern, aber sie erleichtern die Suche erheblich und können darüber hinaus schneller alarmieren, wenn sich die betroffene Person auf einem ungewöhnlichen Weg befindet. Diese zwei Vorteile werden durch zwei Funktion eines GPS-Trackers garantiert, auf welche sie in jedem Fall achten sollten. Zum einen die Hauptfunktion eines GPS-Trackers: die Standortabfrage. Je nach Modell muss der GPS-Tracker entweder angerufen oder angeschrieben werden oder man kann seinen Standort live per App abfragen. Im Fall der Fälle könnte so innerhalb von wenigen Sekunden der genaue Aufenthaltsort der entlaufenen Person ausgemacht werden. Hilfe wäre schneller vor Ort und das Risiko eines ernsthaften Zwischenfalls geringer.
Der zweite Aspekt betrifft die sog. Radius-Alarmfunktion. Auch hier gibt es Unterschiede bezüglich der Modelle. Entweder lässt sich z.B. ein Radius per SMS angeben oder direkt in der App auf einer Karte ziehen. Wobei dann sozusagen eine virtuelle Grenze um den aktuellen Standort mit dem angegebenen Durchmesser bestimmt wird. Sollte der Tracker sich aus diesem Bereich bewegen, dann ist löst er einen Alarm aus. Angehörige sind so schneller informiert über das weglaufen einer dementen Person.

Worauf sollte ich beim GPS-Tracker achten?

Genau anschauen sollten sie sich v.a. die beiden angesprochenen Funktionen. Wie präzise und wie zuverlässig wird die Ortung im Test beurteilt? Je nach persönlicher Vorliebe sind bei der Einrichtung verschiedene Möglichkeiten auswählbar. Wir bevorzugen die Einrichtung aller Funktionen per App, da wir es als benutzerfreundlichste Methode betrachten und so keine komplizierten SMS-Befehle senden müssen. Besonders beim Radius kann es sinnvoll sein, direkt sehen zu können, wo die virtuelle Grenze verläuft. Ist der normale Supermarkt noch in der Zone mit inbegriffen oder wird zukünftig jedes mal ein Alarm ausgelöst, wenn die Person wahrscheinlich sogar in Begleitung einkaufen geht. Solche unnötigen Umstände sind nicht notwendig und werden unserer Erfahrung nach am ehesten durch eine App vermieden.

Andere wichtige Aspekte des Trackers sind seine Größe und sein Gewicht. Ein kleiner und leichter Sender sollte es sein. Schließlich soll der Mensch mit Alzheimer kein Backstein in der Jacke oder Handtasche haben.  Genauso wichtig ist der Akku des Geräts. Wen das Gerät ständig geladen werden muss, erhöht dies unweigerlich das Risiko im entscheidenden Moment kein betriebsfähigen GPS-Tracker mehr zu haben.

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