Was richten Störsender oder GPS-Jammer an?

GPS-Jammer vs. GPS-Tracker

Für fast jede Art von Diebstahl-Schutz gibt es leider auch ein Gegenmittel. Ähnliche Wirkung – wie der Bolzenschneider beim Fahrradschloss – hat dabei der Störsender beim GPS-Tracker. Doch sind GPS-Tracker deshalb Sinn- und Nutzlos. Wir sagen „Nein“ und erklären Ihnen auch warum.

 

Zur Technik

 

Die Ortung über GPS-Signale funktioniert bekanntermaßen über Satelliten, die sich ca. 20.000 km über der Erde bewegen (siehe Artikel: „So funktioniert GPS“). Die Signale sind dementsprechend schwach, wenn sie den Tracker erreichen und lassen sich leicht stören. Etwas weniger störanfällig ist die Ortung über das Mobilfunknetz. Wer allerdings genug investiert bekommt auch hier das passende Gegenmittel. GPS Jammer beispielsweise sind zwar im Internet leicht erhältlich, kosten aber gerne über 200 Euro und eigentlich ist selbst der Vertrieb in Deutschland verboten. Wahrscheinlich gehören sie deshalb auch nicht zum „Standard-Equipment“ von Dieben.

Ein weiteres Accessoires für die „Autodiebe der Zukunft“ sind kleine Störsender. Die kleinen Handstörgeräte passen in jede Hosentasche. Ihr Ziel ist in der Regel die Blockierung der Autofernbedienung. So soll beispielsweise verhindert werden, dass Sie Ihr Auto abschließen um so unbemerkt ins Innere des Wagens zu gelangen. Diese sind bereits für unter 100 Euro erhältlich.

 

Wie wehrt man sich?

 

Manche Hersteller werben mit vermeidlichen Wundermitteln gegen die GPS-Jammer. Eine direkte Benachrichtigung bei unterbrochenem GPS-Signal? Klingt nach einer simplen Lösung für das Problem. Zu simpel, leider. Ganz abgesehen davon, dass es ständig zu Unterbrechungen kommen kann (z.B. durch einen Tunnel) und diese jedes mal eine Benachrichtigung verursachen, wirkt die Idee nicht wirklich durchdacht. Denn selbst wenn der Störsender das Handy-Signal nicht stören sollte, die Information alleine, dass das GPS-Signal unterbrochen ist, ohne dabei einen aktuellen Standort zu senden, nützt dem Bestohlenen herzlich wenig.
Tatsächlich ist bereits bekannt, was wirklich  gegen den Einsatz der illegalen Jammer hilft. Seit Jahren sind Militär und Fluggesellschaften mit GPS-Sendern ausgestattet, die spezielle Richtantennen besitzen. Sie lassen Signale nur aus der Richtung des Satelliten zu. Leider ist die Technik kompliziert und auf ein individuelles, kleines Produkt (noch) nicht anwendbar.

 

Fazit

 

Also sollte man auf GPS-Tracker verzichten? Nein. Schließlich verzichten Sie ja auch nicht darauf, die Tür oder das Fahrrad abzuschließen. Für professionelle Diebe wird es immer Möglichkeiten geben, ihr Hab und Gut zu entwenden. Wir bezweifeln jedoch, dass sich jeder Fahrraddieb einen kostspieligen Störsender leistet. Ihr Auto ist also in jedem Fall sicherer mit einem GPS-Tracker, als ohne.

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